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# Ko-Uchi-Gari
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(Abb. 143-148)
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## Kuzushi
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Uke und Tori stehen in der Stellung Shizentai, d. h., sie haben beide
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Füße in gleicher Höhe.
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Tori bereitet den Wurf wie beim O-Uchi-Gari beschrieben vor. Er zieht
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den linken Fuß etwas zurück und damit Uke nach vorn. Uke stemmt sich
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mit den Beinen gegen diesen Zug, indem er die Füße schnell weiter
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auseinander und das linke Bein etwas vorstellt. Außerdem verlagert er
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seinen Schwerpunkt merklich nach hinten.
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## Tsukuri
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Nun setzt Tori schnell das linke Bein mit einem Nachstellschritt vor,
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so daß der linke Fuß - die Zehen zeigen nach links - mitten und
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möglichst dicht vor Ukes Füße zu stehen kommt.
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Fast im selben Augenblick bringt er die wie ein Löffel gekrümmte rechte
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Fußsohle von innen hinter Ukes rechte Ferse. Mit Rumpf und Armen reißt
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Tori seinen Gegner mit Beginn der Vorwärtsbewegung in einem Bogen erst
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nach vorn oben, dann nach oben und schließlich nach hinten oben. Auf
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diese Weise wird Uke plötzlich aufgerichtet und nach hinten völlig aus
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dem Gleichgewicht gebracht. Sobald das Tsukuri beendet ist, ruht sein
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Körpergewicht nur noch auf den Fersen.
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## Kake
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Den Schwung der bisherigen Bewegungen ausnutzend, reißt Tori mit dem
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rechten Fuß das gegnerische rechte Bein erst etwas nach außen und dann
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in Richtung der Zehen weg. Gleichzeitig stößt er Uke mit den Armen und
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unter Einsatz des ganzen gestreckten Körpers blitzschnell und kräftig
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nach hinten.
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Wenn Uke im Fallen begriffen ist, läßt Tori mit der rechten Hand los
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und beendet die Wurfbewegung wie beim O-Uchi-Gari (9. Wurf). Eine
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ausgesprochene Hilfestellung ist also auch hier nicht möglich.
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Wichtig bei diesem Wurf ist, daß Arm- und Beineinsatz absolut
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gleichzeitig erfolgen. Je dichter Tori sein linkes Bein bei Uke stehen
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hat, um so wirksamer wird er den Gegner nach hinten stoßen können.
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## Hinweise auf die häufigsten Anfängerfehler
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- Tori und Uke schaffen anfangs nicht die Gleichgewichtsverhältnisse,
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die die Ausführung des Wurfes gestatten.
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- Tori drückt Uke auf das linke Bein.
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- Tori stößt Uke entweder überhaupt nicht oder nur mit den Armen nach
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hinten.
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- Tori zieht mit dem rechten Bein Ukes rechtes direkt nach vorn oder
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gar links vorn.
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- Tori hebt Ukes rechtes Bein mit hoch.
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## Variante des Ko-Uchi-Gari
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(Abb. 149-155)
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### Kuzushi
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Uke und Tori sind gerade im Begriff, vom Hidari-Shizentai in die
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Stellung Migi-Shizentai überzugehen, d. h., Tori setzt den linken Fuß
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zurück und zwingt Uke durch Hebezug, seinerseits das rechte Bein nach
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vorn zu bringen.
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### Tsukuri
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Noch ehe Uke den rechten Fuß wieder fest aufsetzen und belasten kann,
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zieht Tori den linken Fuß hinter seinen rechten zurück und möglichst
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dicht an diesen heran und verlegt sofort sein ganzes Körpergewicht
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darauf. Gleichzeitig dreht er den Schultergürtel etwas nach links,
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wobei er Uke mit der Kraft des Rumpfes schwungvoll in einem weiten
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Kreisbogen nach rechts vorn zieht.
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Uke muß auf diese Weise, um das Gleichgewicht nicht nach rechts vorn zu
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verlieren, den rechten Fuß bedeutend weiter als beabsichtigt und nach
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rechts vorn vorbringen. Außerdem muß sein ganzer Körper auf einem
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wesentlich größeren Kreisbogen der Drehung von Toris Körper folgen.
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Kurz bevor Uke den großen Schritt beenden kann, legt Tori die rechte
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Fußsohle von innen hinter Ukes rechte Ferse.
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### Kake
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Sobald der Kontakt Fußsohle-Ferse hergestellt ist., reißt Tori mit dem
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rechten Bein Ukes rechtes Bein in Zehenrichtung weiter. Der günstigste
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Augenblick dafür ist, wenn Uke sich gerade wieder auf dieses Bein mit
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stützen will.
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Gleichzeitig muß Tori den Gegner mit dem rechten Arm und unter Einsatz
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des ganzen Körpers nach rechts hinten stoßen. Mit dem linken Arm zieht
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er hingegen nachhaltig in Richtung seiner eigenen linken Hüfte.
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Für das Gelingen des Wurfes ist es außerdem sehr wichtig, daß sich Tori
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beim Kake nicht im Hüftgelenk abbeugt.
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