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# 0-Uchi-Gari
(Abb. 132—137)
## Kuzushi
Uke und Tori stehen sich im Shizentai gegenüber, d. h.sie haben weder
das rechte noch das linke Bein vorgestellt und ihre Füße stehen etwa
schulterbreit auseinander.
Tori zieht sich zurück, als ob er einen Wurf vorbereiten will, bei dem
Uke nach vorn fallen soll. Er setzt dazu den linken Fuß etwas zurück
und zieht dabei mit dem Körper Uke nachdrücklich nach vorn.
Uke widersteht einer Störung des Gleichgewichts nach vorn, indem er die
Füße schnell weit auseinanderstellt (Jigotai) und sich mit den Beinen
gegen den Zug stemmt. Gleichzeitig muß er seinen Schwerpunkt deutlich
nach hinten verlagern.
## Tsukuri
Ohne den Zug auch nur einen Augenblick zu vermindern, reißt sich Tori
an Uke heran. Dabei drückt er sich, nachdem er das Körpergewicht wieder
über das rechte Bein gebracht hat, mit dem rechten Fuß nach vorn ab. Im
selben Augenblick zieht er den linken Fuß immer in Mattenberührung nach
und setzt ihn mit den Zehen nach links, also um 90 Grad gedreht, mitten
vor Ukes Füße. Beim Aufsetzen des linken Fußes drückt Tori plötzlich
mit dem rechten Arm Ukes linke Schulter nach links hinten. während er
mit dem linken Ukes rechten Arm dicht an seiner linken Hüfte
vorbeizieht.
Nachdem das Körpergewicht fest auf dem leicht gebeugten linken Bein
ruht, schiebt er sein rechtes Bein mit der Ferse voran zwischen die
Beine von Uke. Dann beugt er das Bein und legt es wie einen Haken
hinter Ukes linkes Bein. Die Kniekehlen kommen aufeinander zu liegen.
## Kake
Unmittelbar darauf reißt Tori mit dem gebeugten rechten Bein das
gegnerische linke Bein erst etwas nach außen und dann in einem Bogen
nach links vorn (Zehenrichtung). Gleichzeitig stößt er Uke mit dem
rechten Arm, der Handballen drückt gegen Ukes linke Brustseite, kräftig
von sich weg nach links hinten. Das geschieht unter Einsatz des ganzen
Körpers. Dabei muss Tori gleichzeitig das linke Bein und den rechten
Arm strecken. Mit dem linken Arm zieht er indessen kräftig weiter dicht
an seiner linken Hüfte vorbei.
Eine Hilfestellung wie bei den vorhergehenden Würfen ist hier nicht
möglich. Tori muß aber, um nicht nachzustürzen, im letzten Augenblick
das rechte Bein weit vorsetzen und mit der rechten Hand loslassen.
## Hinweise auf die häufigsten Anfängerfehler
- Tori und Uke schaffen anfangs nicht die Gleichgewichtsverhältnisse,
die die Ausführung des Wurfes gestatten.
- Tori geht zu "frontal" an Uke heran.
- Tori drückt Uke beim Tsukuri oder Kake auf das rechte Bein.
- Tori reißt zur Einleitung des Kake Ukes linkes Bein nicht erst etwas
nach außen.
- Tori stößt den Gegner beim Kake nicht mit dem rechten Arm nach links
hinten.
- Tori dreht beim Kake das Becken nicht wieder nach rechts.
## Variante des O-Uchi-Gari (Abb. 138—142)
Tori leitet den Wurf, wie es bereits beschrieben wurde, ein. Uke stemmt
sich aber diesmal gegen den Zug nach vorn, indem er die Beine weiter
grätscht und den rechten Fuß vorsetzt (Migi-Jigotai). Nun zieht Tori
den Gegner in einem weiten Bogen nach links vorn und nötigt ihn auf
diese Weise. den linken Fuß vorzusetzen. Gleichzeitig zieht er selbst
den linken Fuß an den rechten heran, die Zehen zeigen nach links.
Sobald sein linkes Bein das Körpergewicht übernommen hat, schiebt er
sein rechtes Bein zwischen Ukes Beine und reißt das gegnerisdie linke
Bein wie bereits bekannt erst etwas nach außen und dann in einem Bogen
nach links vorn. Das muß genau in dem Augenblick geschehen, in welchem
Uke sein linkes Bein gerade wieder belasten will. Der Einsatz der Arme
und des ganzen Körpers ist der gleiche wie bei der vorhergehenden
Wurfausführung.