76 lines
3.3 KiB
Markdown
76 lines
3.3 KiB
Markdown
# Seoi-Nage
|
|
|
|
(Abb. 125—131)
|
|
|
|
|
|
## Kuzushi
|
|
|
|
Wenn beide Partner sich in der Stellung Migi-Shizentai befinden, zieht
|
|
sich Tori etwas zurück, indem er den linken Fuß hinter seinen rechten
|
|
nimmt (Fußspitze nach links) und sofort das linke Bein mit dem ganzen
|
|
Körpergewicht belastet. Gleichzeitig dreht Tori den Schultergürtel
|
|
nachhaltig nach rechts. Ukes Gleichgewicht wird auf diese Weise so
|
|
gestört, daß er, um es wieder zu erlangen, den linken Fuß nach links
|
|
vorn setzen muss.
|
|
|
|
|
|
## Tsukuri
|
|
|
|
Noch ehe Uke das linke Bein wieder belasten kann, stellt Tori den
|
|
rechten Fuß bis auf die Höhe von Ukes linkem Fuß nach links vorn.
|
|
Dabei beugt er die Beine noch mehr als beim 0—Goshi (6. Wurf).
|
|
Schließlich stellt er, während Uke das linke Bein belastet und das
|
|
rechte vorzusetzen beginnt, den linken Fuß innerhalb und dicht vor Ukes
|
|
linkem Fuß auf. Durch kurzes Nachtreten wird der rechte Fuß in der
|
|
gleichen Weise vor den rechten Fuß des Gegners gestellt. Nach beendetem
|
|
Tsukuri stehen die Füße von Uke und Tori wie beim Uki-Goshi oder
|
|
O—Goshi (siehe Würfe 4 und 6).
|
|
|
|
Während sich Tori eindreht, zieht er seinen Gegner mit dem rechten Arm
|
|
im Bogen auf sich zu und hinter seinen Rücken. Dabei muß er seinen
|
|
rechten Arm soweit es geht beugen und den rechten Ellenbogen mit einem
|
|
Ruck und in einem Bogen dicht an Ukes Körper vorbei von unten her unter
|
|
dessen rechtem Arm so weit hindurchschwingen, bis die Rückseite seines
|
|
rechten Unterarmes fest gegen Ukes rechte Achselhöhle drückt. Nun zeigt
|
|
seine Handfläche zum eigenen Schultergelenk, der Armbeugemuskel
|
|
(Bizeps) ist kräftig gespannt, und das Handgelenk wird, leicht einwärts
|
|
gebogen, ganz steif gemacht.
|
|
|
|
Durch einen kräftigen Zug mit dem linken Arm nach vorn oben schafft
|
|
Tori anfangs die Voraussetzung. dafür, den Unterarm in Ukes Achselhöhle
|
|
legen zu können. Schließlich sichert er die überaus wichtige enge
|
|
Berührung seines Rückens bis zur Lendengegend mit Ukes Brust und Bauch,
|
|
indem er Ukes rechten Arm schräg über seine Brust zieht.
|
|
|
|
|
|
## Kake
|
|
|
|
Tori löst mit einem Ruck der Hüften und schnellkräftigem Beinstrecken
|
|
Ukes Beine vom Boden, beugt sich etwas nach vorn und zieht mit dem
|
|
linken Arm kräftig nach unten. Wenn die beiden Füße von Uke den Boden
|
|
verlassen haben, senkt Tori die rechte Schulter mehr als die linke. Uke
|
|
fällt über Toris Schulter vor diesem zu Boden.
|
|
|
|
Für diesen Wurf eignet sich am besten ein etwas größerer Gegner. Er
|
|
lässt sich nur schwer mit einem kleineren Partner ausführen. Deshalb
|
|
muss beim Üben darauf geachtet werden, dass Tori und Ukee zumindest die
|
|
gleiche Größe haben.
|
|
|
|
|
|
## Varianten des Seoi-Nage
|
|
|
|
Das Hineingehen zum Wurf kann auch wie beim Uki-Goshi beschrieben (4.
|
|
Wurf einschl. Varianten) ausgeführt werden.
|
|
|
|
|
|
## Hinweise auf die häufigsten Anfängerfehler
|
|
|
|
- Tori bringt Uke während des Eindrehens nicht nach vorn aus dem
|
|
Gleichgewicht und erzwingt die enge Berührung seines Rückens mit Ukes
|
|
Brust und Bauch durch Zurückbeugen (Hohlkreuz).
|
|
- Tori hält nach beendetem Tsukuri den rechten Unterarm nicht
|
|
waagerecht, oder er hat ihn nicht unter Ukes Achselhöhle liegen.
|
|
- Toris rechte Handfläche zeigt nicht nach dem rechten Schultergelenk.
|
|
- Tori streckt beim Kake nicht die Beine, sondern versucht, nur durch
|
|
starkes Abbeugen nach vorn zu werfen.
|