# Tai-Otoshi ## Wurfausführung (Abb. 177-190) ![Tai-Otoshi](abbildungen/177-181.TaiOtoshi.png "Abbildungen 177-181 - Tai-Otoshi") ![Tai-Otoshi](abbildungen/182-184.TaiOtoshi.png "Abbildungen 181-184 - Tai-Otoshi") ### Kuzushi Beide Kämpfer haben das linke Bein vorn, d. h., sie befinden sich in der Stellung Hidari-Shizentai. Tori stört Ukes Gleichgewicht merklich nach rechts vorn, indem er das linke Bein einen großen Schritt zurückzieht, sich dabei etwas nach links dreht und den linken Fuß so stellt, dass die Zehen in dieselbe Richtung zeigen wie die von Ukes rechtem Fuß. Toris Beine sind leicht gebeugt. Damit Uke seinen rechten Fuß nicht weiter als von Tori beabsichtigt vorsetzt, ist es ratsam, daß Tori den linken Fuß noch ein wenig in Bewegungsrichtung auf der Matte weitergleiten lässt, wenn Uke den rechten Fuß schon wieder belastet hat. In dem Augenblick, in dem Uke den rechten Fuß wieder belastet, zieht Tori den Gegner mit dem linken Arm ruckartig nach rechts vorn, während er gleichzeitig mit dem leicht gebeugten rechten Arm - Handfläche zeigt in Bewegungsrichtung - Ukes linke Schulter nach rechts oben vorn reißt. ### Tsukuri Sobald Ukes Körpergewicht nur noch auf dem rechten Fußballen ruht, stellt Tori seinen rechten Fuß außen neben Ukes rechten und blockiert auf diese Weise Ukes rechtes Bein. Gleichzeitig zieht er mit seinem ganzen Körpergewicht an Ukes rechtem Arm nach rechts vorn unten. Toris rechter Arm drückt indessen die gegnerische linke Schulter nachhaltig nach rechts oben vorn. Dabei ist zu beachten, dass Tori Faust und Ellenbogen nicht hinter seiner Schulterlinie halten darf. ### Kake Nun braucht Tori nur noch den Rumpf etwas nach links zu drehen, bei festgestelltem rechtem Arm die rechte Schulter nach rechts vorn zu senken und mit dem linken Arm in Richtung der eigenen linken Hüfte zu ziehen, um Uke endgültig zu Fall zu bringen. Er muss allerdings darauf achten, dass seine rechte Hüfte nicht mit dem Gegner in Berührung kommen darf. Der Tai-Otoshi ist ein Te-Waza, ein Handwurf, bei welchem sich Tori und Uke außer mit den Händen nur noch mit dem rechten Unterschenkel berühren. Außerdem müssen Toris Beine im Verlauf des Kake möglichst gleichmäßig belastet sein. Je weiter Tori die Füße beim Tsukuri auseinander stellt, um so wirkungsvoller wird der Wurf. Schließlich kann Tori mit dem eigenen Schwerpunkt so tief wie auf Abb. 181 gehen, wobei er mit gestrecktem rechtem Arm arbeitet. ## Hinweise auf die häufigsten Anfängerfehler - Tori zieht mit dem linken Arm beim Kuzushi zu früh oder nach unten. - Tori schiebt sich beim Tsukuri zu nahe an Uke heran. - Tori zieht beim Tsukuri und Kake viel zu wenig mit dem linken Arm. - Tori drückt Ukes linke Schulter nicht nachhaltig bis zum letzten Augenblick nach rechts oben vorn. ## Variante des Tai-Otoshi (Abb. 185-190) ![Variante Tai-Otoshi](abbildungen/185-187.TaiOtoshi.png "Abbildungen 185-187 - Tai-Otoshi") ![Variante Tai-Otoshi](abbildungen/188-190.TaiOtoshi.png "Abbildungen 188-190 - Tai-Otoshi") Uke und Tori befinden sich bei Beginn des Kuzushi in Migi-Shizentai, d. h., sie haben diesmal das rechte Bein vorn. Tori zwingt Uke, das linke Bein vorzubringen, indem er ihn durch eine leichte Schulterdrehung rechts mit dem rechten Arm nach links vorn zieht und zugleich sein leicht gebeugtes linkes Bein etwa eine Schulterbreite hinter sein rechtes setzt. Mit dem linken Arm zieht er indessen Uke nach vorn. Noch ehe Uke den linken Fuß wieder aufsetzen kann, ändert Tori die Kraftrichtung des rechten Armes in einem Bogen nach rechts vorn oben, d. h., aus dem horizontalen Zug wird ohne spürbaren Übergang erst ein Hub und schließlich ein Druck. Vom gleichen Augenblick an zieht Tori mit dem linken Arm in Richtung seiner linken Hüfte. Sobald Uke hauptsächlich auf dem rechten Fußballen steht, stößt sich Tori mit dem rechten Arm, der seine Kraftrichtung nach rechts vorn oben beibehält, nach unten. Dabei streckt er sein rechtes Bein vor Ukes rechtem Bein aus und stellt den Fuß neben den gegnerischen rechten Fuß. Außerdem reißt er Ukes rechten Arm mit seinem linken Arm nach rechts vorn unten. Der endgültige Niederwurf erfolgt dann wie weiter vorn beschrieben.